Gewerbeflächen

Keine Flächenversiegelung für den Leerstand von Morgen

In der heutigen Ratssitzung wird über die Zukunft eines möglichen interkommunalen Gewerbegebiets zwischen Braunschweig und Salzgitter beraten. Während die CDU an den interkommunalen Planungen von 2018 festhalten und ausdrücklich auch Unternehmen der Rüstungsindustrie ansiedeln möchte, setzt die Grüne Ratsfraktion auf eine aktualisierte Bewertung des Gewerbeflächenbedarfs sowie die konsequente Nutzung bereits vorhandener Flächen. 

Leonore Köhler, Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion, erklärt:

„Braunschweig braucht auch künftig attraktive Gewerbeflächen für innovative Unternehmen. Das gelingt aber nur, wenn wir mit unseren Flächen verantwortungsvoll umgehen. Seit der letzten Gewerbeflächenstrategie haben sich die wirtschaftlichen, aber auch die ökologischen Rahmenbedingungen deutlich verändert. Aktuell sehen wir in Braunschweig und der Region zunehmende Leerstände sowie Unternehmen, die Standorte aufgeben oder ihren Betrieb einstellen.

Bevor weitere Freiflächen versiegelt werden, wollen wir daher zuerst den tatsächlichen Bedarf ermitteln. Gleichzeitig wollen wir bestehende Potenziale besser nutzen, also leerstehende Gewerbeimmobilien, untergenutzte Standorte sowie bereits versiegelte Bestands- und Brachflächen.”

Dazu erklärt Lisa-Marie Jalyschko, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion:

„Gewerbeflächenpolitik ist heute immer auch Klimapolitik. Jede zusätzliche Versiegelung bedeutet den dauerhaften Verlust wertvoller Böden und Natur und verschärft die Herausforderungen durch Hitze und Starkregen. Erst wenn nachgewiesen ist, dass die vorhandenen Flächen den Bedarf nicht decken können, sollten wir über neue Gewerbeflächen, wie das geforderte interkommunale Gewerbegebiet, sprechen.

Wir wollen Braunschweig als Standort für Zukunftstechnologien, Forschung, Luft- und Raumfahrt und innovative Start-ups weiterentwickeln. Der Rüstungsindustrie Tür und Tor in Braunschweig zu öffnen, wie es die CDU fordert, gehört aus unserer Sicht jedoch nicht zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsstrategie für unsere Stadt. Statt Braunschweig mit der bewussten Ansiedlung von Rüstungsfirmen zum potenziellen Angriffsziel zu machen, setzen wir auf Branchen, die gute Arbeit für die Menschen in der Region, Innovation und Klimaschutz miteinander verbinden.“