Nach den Juni-Rekordtemperaturen in Braunschweig reagiert die Grüne Ratsfraktion mit einem konkreten Antrag für kurzfristige Hitzeschutzmaßnahmen. Zur heutigen Ratssitzung beantragen die Grünen 200.000 Euro für mobile Wassersprühsysteme, Trinkwasserbrunnen, Sonnensegel und weitere flexible Hitzeschutzmaßnahmen im öffentlichen Raum.
Leonore Köhler, Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion, erklärt:
„Das vergangene Wochenende hat gezeigt: Extreme Hitze ist lebensbedrohlich, und die nächste Hitzewelle steht bereits bevor. Deshalb müssen wir jetzt handeln. Jeder weitere heiße Tag ohne wirksamen Hitzeschutz gefährdet Menschenleben – auch in Braunschweig. Hitze ist längst eine soziale Frage. Wer wenig Geld hat, in einer aufgeheizten Wohnung lebt, im Freien arbeitet oder unterwegs sein muss, kann den extremen Temperaturen kaum ausweichen. Gerade ältere Menschen, Kinder, obdachlose Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen sind der Hitze oft schutzlos ausgesetzt.
Daher stellen wir zur Ratssitzung nicht nur eine Dringlichkeitsanfrage, sondern wollen auch die Finanzmittel bereitstellen, die kurzfristig mobile Hitzeschutzmaßnahmen dort ermöglichen, wo Menschen sie am dringendsten brauchen. Genau dafür ist die politische Flexibilisierungsreserve da: um auf Entwicklungen zu reagieren, die bei der Haushaltsaufstellung noch nicht absehbar waren. Diese und kommende Extremhitzelagen im gerade erst beginnenden Sommer sind ein solcher Fall.
Beim Tag der Niedersachsen hat Braunschweig gezeigt, dass es schnell handeln kann, wenn Sicherheitsanforderungen größer werden als ursprünglich kalkuliert. Wenn kurzfristige Mittel für ein Fest möglich sind, müssen sie erst recht für lebensrettende Akutmaßnahmen vor der nächsten Extremhitze möglich sein.“
Gordon Schnepel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen Ratsfraktion, ergänzt:
„In Köln werden an Hitzetagen Wassersprühschläuche auf belebten Plätzen ausgerollt und sorgen mit Sprühnebel für spürbare Abkühlung. Andere Städte zeigen längst, dass solche Maßnahmen schnell und unbürokratisch umgesetzt werden können. Warum sollte das ausgerechnet in Braunschweig nicht möglich sein? Mit den beantragten 200.000 Euro wollen wir die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Maßnahmen wie Wassersprühsysteme so schnell wie möglich auch Braunschweig abkühlen.
Jetzt braucht es nur noch den politischen Willen, diese Maßnahmen kurzfristig auf die Straße zu bringen. Wir erwarten deshalb, dass der Rat heute das klare Signal sendet: Der Schutz der Gesundheit aller Menschen in Braunschweig hat oberste Priorität.“