Kultur & Wissenschaft

Das Bild zeigt die Sonnenblume als Logo der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Außerdem sind hier die Schriftzüge "Gemeinsam für ein Grünes Braunschweig" und "Kultur & Wissenschaft" zu lesen.

Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft

Braunschweig ist eine Stadt der Kultur und der Wissenschaft – mit vielfältigen und hochkarätigen Einrichtungen, getragen von Stadt, Land, Bund und / oder Freien Trägern. Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft (AfKW) widmet sich diesen Einrichtungen mit großem Einsatz. In der aktuellen Wahlperiode ging es in den Sitzungen des AfKW oftmals um das kostenträchtige Großprojekt „Haus der Musik“, welches bekanntlich im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Gewandhaus realisiert werden soll.

Diese und andere Fachthemen wurden von unserem Ausschussteam (das aus drei Rats- und zwei Bürgermitgliedern besteht) bei Grünen Teammeetings, Vorbesprechungen der jeweiligen AfKW-Sitzungen und im Rahmen der Haushaltsberatungen 2022, 2023 / 2024 (Doppelhaushalt) und 2025 / 2026 (Doppelhaushalt) intensiv diskutiert. Dabei konnten wir viele kulturelle Projekte unterstützen und voranbringen.

Hintergrund unserer Arbeit

In der Stadtverwaltung gibt es ein Fachdezernat, das für sämtliche Themenbereiche des AfKW zuständig ist: Das Dezernat IV = Kultur- und Wissenschaftsdezernat. Dieses Dezernat trägt u. a. die Verantwortung für die Städtische Musikschule mit ihren bisher zwei Standorten. Zum genannten Dezernat gehören außerdem noch die Stadtbibliothek mit zwei Zweigstellen und 16 ehrenamtlich betreuten Ortsbüchereien, das Städtische Museum mit einer Zweigstelle im Altstadtrathaus sowie das Stadtarchiv.

Der in der letzten Wahlperiode – im Juli 2018 – angestoßene Kulturentwicklungsprozess ist am Anfang der laufenden Wahlperiode – im Juni 2022 – mit einem Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der Ergebnisse abgeschlossen worden. Ein Ergebnis dieses Prozesses war die Gründung des Kulturrats Braunschweig im Oktober 2023.

Momentan werden zudem die geltenden Kulturförderrichtlinien der Stadt Braunschweig überarbeitet. Diese zentrale Maßnahme soll in einem partizipativen Prozess erfolgen – drei Workshops dazu haben in diesem Jahr bereits stattgefunden, im Januar, März und Juni 2026. Unsere Ziele dabei sind: Bürokratieabbau, Digitalisierung und Vereinfachung des Verfahrens.

Grüne Erfolge und Themen

Das zentrale Thema im AfKW war in den letzten Jahren eindeutig das „Haus der Musik“. Um dieses Großprojekt zu forcieren, wurden bereits viele Schritte in die Wege geleitet – u. a. ein Architekturwettbewerb, ein Künstlerisches Konzept und ein Raumkonzept. Projektziel ist die kombinierte Errichtung einer neuen Musikschule und eines Konzerthauses.

Für uns steht bei den Planungen zum „Haus der Musik“ die kulturelle Bildungsarbeit an erster Stelle, d. h. die angemessene und langfristige Unterbringung der Musikschule. Der neue Konzertsaal hat für uns dagegen keine Priorität. Problematisch sind u. E. vor allem die hohen Betriebskosten dieses Konzertsaals, unabhängig von seinem konkreten Standort. Zudem haben viele bestehende kulturelle Einrichtungen einen sehr hohen Sanierungsbedarf, der für uns vorgeht. Besonders eklatant ist dies beim Staatstheater Braunschweig, sowohl beim Großen als auch beim Kleinen Haus.

Um die Vielfalt der kulturellen Landschaft in Braunschweig zu sichern, haben wir uns im AfKW insbesondere für die Freie Kulturszene eingesetzt. Aufgelegt und installiert haben wir z. B. ein Atelierförderprogramm für die Freie Kunstszene sowie ein Tanzförderprogramm für die Freie Tanzszene. Die Freie Theaterszene haben wir u. a. durch die Umwidmung der bisherigen Kulturfördermittel des (insolventen) LOT-Theaters unterstützt. Klar ist aber auch, dass es eine neue Spielstätte für Freies Theater geben muss, wenn möglich am bisherigen Standort in der Kaffeetwete.

Ein wichtiger Schwerpunkt Grüner Kulturpolitik war und ist die Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der Vergangenheit, insbesondere der NS-Diktatur. So haben wir uns intensiv mit dem Thema „Wollermann-Teppich“ befasst, um eine akzeptable Lösung für den umstrittenen Wandteppich von Karl Wollermann im Altstadtrathaus zu finden.

Mehr und mehr Aufmerksamkeit erfährt mittlerweile auch die Kolonialzeit, deren Auswirkungen ebenfalls bis in die Gegenwart reichen. Zu dem viel diskutierten Kolonialdenkmal an der Jasperallee wurde ein Künstlerischer Wettbewerb durchgeführt. Seit 2026 umgibt das Kunstwerk „Liberating the Monument“ nun dieses steinerne Relikt. Das Kunstwerk von patricia kaersenhout kontextualisiert den Ort, regt zur Auseinandersetzung an und lenkt den Fokus auf den antikolonialen Widerstand.

Gemäß Ratsbeschluss vom 16. November 2021 hat der AfKW folgende Aufgaben:
 
1. Beratung in kulturellen Angelegenheiten der Stadt (insbes. zu kulturellen Grundsatzfragen sowie zur Aufrechterhaltung und Stärkung der lokalen Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsszene) einschl. der Gemeinschaftseinrichtungen, Empfehlungen bei der Vergabe von Kunst- und Kulturpreisen, Kunst im öffentlichen Raum, neue Medien
2. Beratung von Themen aus dem Bereich Wissenschaft
3. Befassung mit Vorschlägen zur Kontinuitäts- und Projektförderung
4. Mitwirkung bei der Beratung von Gebühren-/Entgeltsatzungen
5. Empfehlung zur Festlegung des Produktangebotes des Fachbereiches 41 Kultur und Wissenschaft und der Referate 0412 Stadtbibliothek, 0413 Städtisches Museum, 0414 Stadtarchiv
6. Empfehlung zur Strategischen Planung des Fachbereiches und der Referate sowie produktbezogene Ziel- und Maßnahmenplanung
7. Empfehlungen zum Produkthaushalt mit Verteilung der Ressourcen auf Produkte und Leistungen innerhalb des Fachbereichsbudgets
8. Empfehlungen auf Basis des Berichtswesens zur Fachbereichs-/Referatsentwicklung

Gemäß Ratsbeschluss vom 16. November 2021 ist der AfKW zudem für folgende Angelegenheiten zuständig:
 
a) Grundsatzbeschlüsse über die Realisierung kultureller Eigenveranstaltungen mit überbezirklicher Bedeutung
b) Bewilligung unentgeltlicher Zuwendungen zur Kulturförderung
c) Beschlüsse über Zuerkennung, Verlängerung oder Aberkennung der Ehrengrabeigenschaft für Ruhestätten verdienter Persönlichkeiten
d) Grundsatzbeschlüsse über die Etablierung, Pflege und Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Braunschweig