Kinderbetreuung

Anpassung der Angebote im Kindertagesstätten- und Schulkindbetreuungsbereich zum Kindergarten- bzw. Schuljahr 2026/2027 – Änderungsantrag

Änderungsantrag der Ratsfraktionen von SPD und GRÜNEN

Eingereicht zur Sitzung des Rates am 12. Mai 2026
Beschlussvorschlag

1. Den in den Anlagen A und B der Ursprungsvorlage (DS 26-28208) dargestellten Angebotsanpassungen zum Kindergarten- bzw. Schuljahr 2026/2027 wird zugestimmt.

2.-4. unverändert

5. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob perspektivisch ein ortsnahes Betreuungsangebot in Dibbesdorf wieder angeboten werden kann, um dieses dann ggf. auch in die Kita-Planung wieder aufzunehmen. Ob die Anmietung der bisherigen Räumlichkeiten oder ein anderer Standort geeignet wären, sollte ebenfalls geprüft werden. Zudem sollte geklärt werden, ob es interessierte freie Träger für eine Kita gibt. Ziel sollte es sein, ein verlässliches örtliches Betreuungsangebot für Familien aus Dibbesdorf bereitzustellen.

6. Die Verwaltung wird gebeten, die zukünftige Betreuungssituation der bislang in Dibbesdorf betreuten Kinder sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Betreuungsstruktur im Blick zu behalten und die Familien in Dibbesdorf und den Rat frühzeitig über geplante Maßnahmen zu informieren.

7. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten, ein stadtweites Konzept zu erarbeiten, wie auch bei perspektivisch sinkenden Kinderzahlen und Fachkräftemangel eine qualitative und möglichst wohnortnahe Kita-Versorgung im gesamten Stadtgebiet sichergestellt werden kann. Dazu gehört auch die bedarfsgerechte Schaffung von Kita-Plätzen in noch unterversorgten Stadtteilen wie der Weststadt.

8. In das zu erarbeitende Konzept sollen flexible und bedarfsgerechte Angebotsformen sowie eine qualitätsvolle Weiterentwicklung der Bildung und Betreuung in Braunschweiger Kitas mit berücksichtigt werden. Dazu gehören auch die Klärung der Anforderungen am jeweiligen Standort und die entsprechenden Raumkonzepte.

Sachverhalt

Aufgrund der baulichen Situation am bisherigen Standort der städtischen Kita Dibbesdorf (als Außengruppe der Kita Hondelage) sowie der Tatsache, dass aktuell alle zu betreuenden Kinder mit Plätzen versorgt sind, ist die Aufgabe dieses Standortes nachvollziehbar. Vor dem Hintergrund sich verändernder Jahrgangsstärken und Kinderzahlen ist allerdings eine kontinuierliche Überprüfung der Betreuungsstrukturen erforderlich.

Gleichzeitig darf die Aufgabe des Standortes nicht als Beginn eines dauerhaften Rückzugs aus der Fläche verstanden werden. Gerade in Stadtteilen sind Kindertagesstätten weit mehr als reine Betreuungseinrichtungen. Sie sind Orte des sozialen Zusammenhalts, der Begegnung und ein wichtiger Faktor für Familienfreundlichkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse.

Der Grundsatz „Kurze Wege für kurze Beine“ bleibt daher auch künftig ein zentraler Maßstab für die Ausgestaltung der Kindertagesbetreuung im Stadtgebiet. Ziel muss es sein, auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen, insbesondere bei schwankenden Kinderzahlen und bestehendem Fachkräftemangel, eine qualitativ hochwertige und möglichst wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.

Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, die zukünftige Entwicklung von Betreuungsangeboten nicht isoliert für einzelne Standorte zu betrachten, sondern im Rahmen eines gesamtstädtischen Konzepts weiterzuentwickeln. Dieses soll die unterschiedlichen Bedarfe in den Stadtteilen berücksichtigen und eine verlässliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen schaffen.

Im Rahmen dieser gesamtstädtischen Betrachtung ist auch zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen perspektivisch wieder ein ortsnahes Betreuungsangebot im Stadtteil Dibbesdorf realisiert werden kann.

Zugleich ist eine transparente Darstellung der tatsächlichen Betreuungswege der betroffenen Kinder unerlässlich – sowohl für die politische Bewertung als auch für eine nachvollziehbare Kommunikation gegenüber den Eltern.