Zur Schließung des Brauereistandorts des Hofbrauhauses Wolters in Braunschweig erklärt Leonore Köhler, Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion Braunschweig:
„Das Ende des Brauereistandorts ist ein schwerer Schlag für Braunschweig und vor allem für die zahlreichen Beschäftigten, die nun von einem auf den anderen Tag ihre Arbeitsplätze verloren haben. Wolters ist nicht irgendein Unternehmen. Die Brauerei ist seit beinahe 400 Jahren Teil der Geschichte, Identität und regionalen Wirtschaft unserer Stadt. Unsere Solidarität gilt daher ausdrücklich den Mitarbeiter*innen, die diese Brauerei über viele Jahre getragen haben und nun von den Kündigungen betroffen sind. Ein derartiger Umgang mit langjährig Beschäftigten wird unserer Auffassung nach der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden und ihrer langjährigen Leistung nicht gerecht.
Besonders bitter ist, dass es Investoren gab, die Interesse an der Marke Wolters hatten, aber die Brauerei wohl nicht als Produktionsstandort übernehmen wollten, weil die Anlagen veraltet sind und dringend hätten modernisiert werden müssen. Dass die BRAWO die notwendigen Investitionen über Jahre vermieden hat, ist kein Schicksal und auch kein bloßes Ergebnis schwieriger Marktbedingungen – es ist eine schlichte Entscheidung gegen das Traditionsunternehmen und die Mitarbeitenden.“
Lisa Marie-Jalyschko, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion, dazu:
„Selbst an den kürzlich stattgefundenen Runden Tischen mit Politik und der Brauerei hat die BRAWO nicht einmal teilgenommen. Gerade in einer Situation, in der die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze vieler Menschen auf dem Spiel stand, wäre es das Mindeste gewesen, sich mit an diesen Tisch zu setzen und damit zu zeigen, dass man ernsthaft an der Rettung von Wolters und damit der Arbeitsplätze interessiert ist.
Dass die BRAWO nach 399 Jahren Unternehmensgeschichte nun nicht mal bereit ist, Geld für eine Transfergesellschaft in die Hand zu nehmen, ist noch einmal ein Zeugnis der Verantwortungslosigkeit der BRAWO Group. Die Kündigungen hätten so sozial verträglicher gestaltet werden können, um den Beschäftigten noch eine längere Übergangszeit zu gewähren. Die BRAWO hat auch diese Option bewusst ausgeschlagen und tritt damit die Mitarbeitenden und die Bedeutung von Wolters für unsere Stadtgesellschaft mit Füßen.“