Antrag der GRÜNEN Ratsfraktion
Eingereicht zur Sitzung des Umwelt- und Grünflächenausschusses am 9. September 2026
Beschlussvorschlag:
1. Der Rat beschließt, dass in der Braunschweiger Innenstadt ein weiterer fester Spielplatz errichtet wird.
2. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, an welchen Standorten in der Innenstadt dieser dauerhafte Spielplatz errichtet werden kann. Dabei soll besonders die innere Okerumflut im Fokus stehen. In die Prüfung soll zudem die Evaluierung der kürzlich eingeweihten Pop Up-Spielplätze in der Innenstadt einfließen, die Rückschlüsse darauf zulässt, wo ein dauerhafter Bedarf für ein Spiel- und Bewegungsangebot besteht.
3. Die für die Planung und den Bau des Spielplatzes benötigten Mittel sollen außerplanmäßig aus vorhandenen Haushaltsresten investiver Ansätze oder durch Umschichtungen innerhalb investiver Haushaltsansätze bereitgestellt werden.
4. Der neue Spielplatz soll in besonderem Maße an die Folgen des Klimawandels angepasst sein und die Innenstadt um einen weiteren kühlen Ort für Kinder und Familien bereichern. Dazu sollen insbesondere Sonnenschutzelemente, viel Grün und ein Trinkwasserbrunnen eingeplant werden, um Familien, die in der Innenstadt leben oder diese besuchen, bei Hitzestress zu entlasten und zugleich ein Bewegungsangebot mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.
5. In einem Beteiligungsprozess sollen Kinder an der Ausgestaltung des neuen Spielplatzes für die Innenstadt mitwirken.
Sachverhalt:
Die Braunschweiger Innenstadt braucht einen weiteren dauerhaft verfügbaren, attraktiven Spiel- und Bewegungsraum für Kinder und Familien. Ein neuer Spielplatz im unmittelbaren Innenstadtbereich wäre dabei weit mehr als ein wohnortnahes Angebot. Aufgrund der besonderen Funktion der Innenstadt hätte er gesamtstädtische Bedeutung und würde zugleich einen wichtigen Beitrag zu einer familienfreundlichen, lebendigen und zukunftsfähigen Innenstadt leisten.
Mit den Pop Up-Spielplätzen hat die Stadt bereits einen wichtigen Schritt unternommen. Sie schaffen mobile Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten und tragen gleichzeitig zur Attraktivität und Belebung der Innenstadt bei. Ihr wechselnder Standort ermöglicht temporäre Angebote an unterschiedlichen Orten. Einen weiteren dauerhaften und verlässlichen Anlaufpunkt für Familien in der Innenstadt können und sollen sie jedoch nicht ersetzen. Beide Angebote ergänzen sich vielmehr sinnvoll.
Der Bedarf für einen festen Spielplatz ist deutlich vorhanden. Innerhalb der Okerumflut gibt es nur wenige dauerhaft nutzbare öffentliche Spielmöglichkeiten; insbesondere im unmittelbaren Kern der Innenstadt fehlt ein entsprechendes Angebot. Auch der geplante große Löwenspielplatz nahe der Volkswagen Halle ist eine wichtige und begrüßenswerte Ergänzung der Braunschweiger Spielplatzlandschaft. Er liegt jedoch außerhalb der Okerumflut und ersetzt daher nicht den Bedarf nach einem dauerhaft verfügbaren, zentralen Spiel- und Bewegungsangebot unmittelbar in der hochverdichteten Innenstadt als Teil der sozialen Infrastruktur im Quartier.
Auch die vorhandenen Kennzahlen zeigen den Handlungsbedarf. Die DIN 18034 empfiehlt für eine ausreichende Bereitstellung von Spiel- und Bewegungsflächen einen Orientierungswert von 2,25 m² je Einwohner*in. Innerhalb der Okerumflut wurde dieser Wert bei der Evaluierung 2021 deutlich unterschritten, dort standen lediglich rund 1,8 m² zur Verfügung.
Dabei bildet die Einwohnerzahl den tatsächlichen Bedarf in der Innenstadt nur unvollständig ab. Die Innenstadt wird täglich von Familien aus dem gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus besucht, zum Einkaufen, für Kultur und Veranstaltungen, Gastronomie, Behördengänge oder Freizeitaktivitäten. Ein zentraler Spielplatz käme daher nicht nur den Kindern im Quartier zugute, sondern Familien aus ganz Braunschweig und der Region.
Zugleich soll der neue Spielplatz einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung in der Innenstadt leisten. Gerade in der dicht bebauten und stark versiegelten Innenstadt braucht es angesichts zunehmender Hitze mehr kühle, begrünte Aufenthaltsorte. Der Spielplatz soll daher von Beginn angepasst an die Folgen der Klimakrise geplant werden – mit viel Grün und natürlicher Verschattung, ergänzenden Sonnenschutzelementen, einem Trinkwasserbrunnen und Co. So entsteht auch an heißen Tagen ein attraktiver Spiel- und Bewegungsraum, der Familien und Kinder vor Hitzestress schützt und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erhöht.
Die Suche nach einer geeigneten Fläche innerhalb der Okerumflut ist angesichts der begrenzten Flächen zweifellos eine Herausforderung. Die bestehende Flächenkonkurrenz darf jedoch nicht dazu führen, dass die Bedürfnisse von Kindern dauerhaft nachrangig behandelt werden.