Nach dem gestrigen „INFOBADEN“ zum Bad Gliesmarode macht die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN klar: Eine Sanierung auf Kosten des besonderen Charakters des Bades kommt für sie nicht infrage. Die konkreten Varianten und Kosten, die im Herbst vorgelegt werden sollen, will die Fraktion sehr genau prüfen.
Gordon Schnepel, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sportpolitischer Sprecher, erklärt:
„Das Allerwichtigste ist und bleibt, dass unsere Kinder in Braunschweig sicher schwimmen lernen können. Aber wer Gliesmarode auf Schulschwimmen reduziert, wird diesem Bad nicht gerecht. Reha und Wassergymnastik, Babyschwimmen und Schwimmkurse gehören genauso dazu wie Spiel und Spaß für Familien. Dazu kommt das wunderschöne Außengelände. Gliesmarode ist damit ein Bad für Familien und Senior*innen, für Sport und Gesundheit und ein wichtiger Ort für das ganze Quartier. Genau dieser besondere Charakter muss durch die Sanierung erhalten bleiben.“
Beim INFOBADEN der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH und der Struktur-Förderung Braunschweig GmbH wurden der aktuelle Planungsstand und das weitere Vorgehen vorgestellt. Die Ergebnisse der Beteiligung werden noch ausgewertet.
Leonore Köhler, Fraktionsvorsitzende und finanzpolitische Sprecherin, erklärt:
„Wir werden uns die kommenden Gremienvorlagen und jede einzelne Variante sehr genau anschauen. Aber eines steht für uns schon jetzt fest: Diese Sanierung ist eine einmalige Chance. Was wir jetzt nicht umsetzen oder aus Kostengründen streichen, kommt später nie zurück. Deshalb dürfen wir Gliesmarode nicht auf Kante sanieren. Entscheidend darf nicht sein, welche Variante auf den ersten Blick am billigsten ist, sondern welche das Bad für die nächsten Jahrzehnte wirklich gut aufstellt. Auch höhere Investitionen sind für uns deshalb kein Ausschlusskriterium.
Wenn die gute und dauerhaft tragfähige Lösung mehr kostet, müssen wir notfalls auch mehr Geld in die Hand nehmen und an anderer Stelle im Haushalt umpriorisieren. Das gilt gerade bei der energetischen Sanierung. Ein Schwimmbad verursacht über Jahrzehnte hohe Energie- und Betriebskosten. Eine effiziente und regenerative Lösung kann am Anfang mehr kosten und trotzdem langfristig die wirtschaftlichere sein. Wer heute an der falschen Stelle spart, zahlt morgen womöglich doppelt.“
Für die GRÜNEN gehört deshalb neben dem Erhalt des Angebots auch ein hoher energetischer Anspruch zwingend zur Sanierung.
„Ziel muss es sein, das Bad Gliesmarode von der Bausubstanz und vom nachhaltigen Energiekonzept so zukunftsfähig zu sanieren, dass es den nächsten Generationen gerecht wird, aber auch den speziellen und beliebten Charakter des Nachbarschaftsbades beibehält“, so Schnepel abschließend.