Musikschule und Konzerthaus: GRÜNE wollen „Zentrum der Musik“ für alle Bevölkerungsschichten

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat Bedingungen formuliert, unter denen sie den Grundsatzbeschluss zum Neubau der Städtischen Musikschule und eines Konzerthauses im Bahnhofsquartier am Rande von Viewegs Garten politisch mittragen würde. Das haben die Grünen Ratsmitglieder bei ihrer Fraktionssitzung am 6. März 2023 entschieden. Ein entsprechender Änderungsantrag wird bereits am 8. März 2023 in den zuständigen Fachausschüssen zur Diskussion stehen.

„Bei der kombinierten Errichtung einer neuen Musikschule und eines Konzerthauses handelt es sich um eine bedeutende, aber auch herausfordernde städtebauliche Initiative. Angesichts der Relevanz des Themas haben wir dieses Großprojekt intensiv aus allen Blickwinkeln und auf Grundlage des vorliegenden Gutachtens geprüft und bewertet. Wir sehen in dem Vorhaben eine große Chance für die Weiterentwicklung der Braunschweiger Kulturlandschaft. Und wir halten es auch für sinnvoll, beide Einrichtungen an einem Standort zu bauen. Zwischen Musikschule und Konzertsaal sehen wir starke Synergien – durch gemeinsame Projekte könnte ein echtes „Zentrum der Musik“ entstehen. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass ein niedrigschwelliger Ort für alle Bevölkerungsschichten entsteht, für kulturelle Bildung und Veranstaltungen ebenso wie für Begegnung und Kommunikation. Das inhaltliche Konzept des „Zentrums der Musik“ ist für uns also besonders wichtig, daher haben wir den 4. Punkt der Beschlussvorlage geändert bzw. erweitert. 

Wichtig ist uns zudem auch, dass alle Kosten transparent dargestellt werden, die durch das Projekt entstehen – nicht nur die Investitionssumme, auch die Folgekosten inklusive Zinsbelastung, jährlichen Betriebskosten, Abschreibungen etc. Um in zwei Jahren eine fundierte Entscheidung über die Realisierung treffen zu können, fordern wir daher in Punkt 11 unseres Änderungsantrags die Verwaltung auf, den politischen Gremien einen halbjährlichen Bericht vorzulegen.“  

„Wir halten das Bahnhofsquartier grundsätzlich für einen gelungenen Standort für einen Neubau der Musikschule und eines Konzertsaales. Von dem geplanten Architektur-Wettbewerb versprechen wir uns innovative Ideen zur baulichen Umsetzung dieses anspruchsvollen Projekts. Besonders wichtig ist uns die Zertifizierung des Gebäudes nach dem Goldstandard der DGNB (Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen). Dies bedeutet höchste Ansprüche an die Energieeffizienz, den Einsatz nachhaltiger Baustoffe sowie eine klimaresistente Architektur, z. B. mithilfe von Dach- und Fassadenbegrünung. 

Uns ist klar, dass es einen solchen „grünen Leuchtturm“ nicht zum Nulltarif geben kann. Umso wichtiger sind ein solides Betriebskonzept sowie eine sehr sorgfältige Prüfung der Finanzierung. Das Erreichen der städtischen Ziele in den Bereichen Klimaschutz und Verkehr sowie die Sicherung unserer sozialen Infrastruktur haben für uns oberste Priorität und dürfen nicht für den Konzertsaal zurückstehen. Nur unter dieser Bedingung ist für uns 2025 eine Zustimmung zum Bau denkbar. 

Darüber hinaus begrüßen wir es ausdrücklich, dass die Verwaltung einen städtebaulichen Wettbewerb für den Großen Hof ausloben will, wollen dabei aber auch die Potenziale des Quartiers als Kulturstandort berücksichtigt sehen. Die Braunschweiger Innenstadt muss ganzheitlich weiterentwickelt werden, um auch künftig attraktiv und lebendig zu bleiben. Dafür brauchen wir dringend Antworten auf prominente Leerstände, wie etwa das ehemalige Karstadt am Gewandhaus oder das ehemalige Galeria Kaufhof. In Zeiten explodierender Bau- und Mietkosten ist es nicht zu rechtfertigen, solch große und zentral gelegene Immobilien ungenutzt zu lassen. Uns ist jedoch auch klar, dass solche Gebäude besondere Investitionsbedarfe mit sich bringen. Dazu braucht es Engagement von Seiten der Eigentümer*innen sowie einen konstruktiven Dialog, zu dem wir als Grüne jederzeit bereit sind.“