Sportstätten

Herausforderungen und Kapazitätsgrenzen beim Sanierungsstau Braunschweiger Sportstätten

Anfrage der GRÜNEN Ratsfraktion

Eingereicht zur Sitzung des Sportausschusses am 8. Oktober 2026

„Wenn der liebe Gott einen strafen will, dann schenkt er einem ein Sanierungsobjekt.“ In Braunschweig gibt es zusätzlich zum ehemaligen Vienna House vielerlei Sporthallen und Sportgelände, auf die dieser Spruch nahtlos zutrifft. Hinzu kommen immer mehr Vereine, die ihre gepachteten Sportplätze an die Stadt zurückgeben, weil sie aus eigenen Mitteln dem hohen Sanierungsstau an Vereinsheimen und Sportanlagen nicht mehr Herr werden.

Mit der Rückgabe dieser Infrastruktur an die Kommune fällt zwangsläufig auch die vollständige Sanierungs- und Instandhaltungsverantwortung – nebst aller damit verbundenen finanziellen und organisatorischen Lasten – wieder direkt an die Stadt und somit an das Sportreferat zurück.

In diesem Kontext ist es eine Tatsache, dass die aktuellen Aufgaben und To-Dos des Sportreferates in den einst gesetzten Zeitschienen schlicht nicht mehr leistbar sind. Die Fülle an anstehenden Maßnahmen übersteigt die vorhandenen personellen und administrativen Ressourcen bei Weitem. Zudem besteht bei verschleppten Sanierungsobjekten dauerhaft das Risiko plötzlicher Totalausfälle, die spontane Schließungen nach sich ziehen und kurzfristigen, akuten Handlungsbedarf erzwingen. Erschwerend kommt hinzu, dass die aus der Überlastung resultierenden Verzögerungen zu einer Häufung von Beschwerden und drängenden Anfragen der Sportvereine führen. Die Bearbeitung dieser Konflikte bindet wertvolle Arbeitszeit, was die Verzögerungen weiter verschärft und das Sportreferat in einen Teufelskreis aus Überlastung und Rechtfertigungsdruck treibt.

Zusätzlich erschwert wird die Situation durch komplexe Finanzierungspakete sowie Förderprogramme von Land und Bund für weitere Infrastrukturprojekte. Diese Fördermittel bieten zwar enorme Chancen für die Braunschweiger Sportlandschaft, verlangen der Verwaltung jedoch extrem aufwendige Antrags-, Prüf- und Abrechnungsverfahren ab. Vor diesem Hintergrund stellt sich drängender denn je die Frage, wie diese Herkulesaufgabe – von der Bestandserhaltung über die Bewältigung der Rückgaben bis hin zur Umsetzung geförderter Großprojekte – durch die Verwaltung überhaupt noch realisiert werden soll.

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Welche konkreten zeitlichen Verzögerungen ergeben sich bei laufenden und geplanten Projekten durch die Anpassung der Sanierungs-Prioritätenliste an die tatsächlichen Personalkapazitäten des Sportreferates?

2. Inwiefern reichen die vorhandenen Ressourcen im Sportreferat aus, um die vollumfängliche Abwicklung und fristgerechte Mittelabrufung von Förderprogrammen von Bund und Land für den Braunschweiger Sportstättenbau sicherzustellen?

3. Mit welchem Ressourcen- und Personalkonzept begegnet die Stadtverwaltung der wachsenden finanziellen und organisatorischen Last durch die Rückgabe maroder Sportanlagen und Vereinsheime durch die Vereine?