Anfrage der GRÜNEN Ratsfraktion
Eingereicht zur Sitzung des Ausschusses für Vielfalt und Integration am 28. Mai 2026
Die sprachliche und schulische Integration geflüchteter und zugewanderter Jugendlicher ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiografien sowie gesellschaftliche und berufliche Teilhabe. Insbesondere Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen oder zusätzlichem Unterstützungsbedarf im Bereich Alphabetisierung benötigen häufig vorbereitende Angebote, um erfolgreich in das Regelschul- oder Ausbildungssystem einmünden zu können.
In Braunschweig ist man sich dieser besonderen Herausforderung bewusst, denn es wurden in den vergangenen Jahren unterschiedliche Sprachförder- und Integrationsangebote für diese Zielgruppen umgesetzt. Hierzu gehörten unter anderem spezielle Sprach- und Integrationsangebote im Umfeld der berufsbildenden Schulen, die teilweise in Kooperation mit der Volkshochschule durchgeführt wurden. Ziel dieser Angebote war es insbesondere, jungen Menschen zunächst grundlegende sprachliche Kompetenzen zu vermitteln, damit anschließend der Einstieg in weiterführende schulische Bildungsgänge mit dem Ziel eines Schulabschlusses sowie einer Ausbildung erleichtert wird.
Nach unserem Kenntnisstand wurden bestehende Angebote und Strukturen in den vergangenen Jahren mehrfach verändert und teilweise neu organisiert. So wurden frühere Kooperationsmodelle zwischen berufsbildenden Schulen und externen Bildungsträgern durch schulinterne Sprach- und Integrationsklassen ersetzt. Darüber hinaus bestehen inzwischen weitere Modelle in Zusammenarbeit mit Integrationskursangeboten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), um Bildungs- und Sprachförderketten für junge Menschen nach der Berufseinstiegsschule sicherzustellen.
Gleichzeitig wird aus der Praxis berichtet, dass die Übergänge zwischen schulischen Angeboten, Integrationskursen und weiterführenden Bildungswegen organisatorisch sehr komplex sind und unterschiedliche Zuständigkeiten bestehen. Zudem wurden einzelne spezielle Förderangebote in den vergangenen Jahren verändert, reduziert oder eingestellt. Nach Kenntnisstand wurden beispielsweise die speziellen Jugendintegrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die gezielt auf junge Menschen ausgerichtet waren, im vergangenen Jahr beendet. Darüber hinaus sollen die bestehenden Vorbereitungsklassen für geflüchtete und zugewanderte Jugendliche ab Sommer 2026 von bislang drei auf zwei Klassen reduziert werden. Ebenfalls auslaufen sollen zwei bislang städtisch geförderte Kurse für schulpflichtige ältere Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf im Bereich Alphabetisierung sowie Lesen und Schreiben. Für diese Zielgruppe scheint derzeit ab 2027 kein vergleichbares Angebot mehr vorgesehen zu sein.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die bestehenden Sprachförder- und Integrationsangebote aktuell ausgestaltet sind, wie sich die Bedarfe entwickelt haben und wie insbesondere für Jugendliche mit erhöhtem Sprachförder- oder Alphabetisierungsbedarf weiterhin verlässliche Bildungs- und Anschlussperspektiven sichergestellt werden können.
Daher fragen wir:
1. Welche Sprachförder- und Integrationsangebote bestehen aktuell in Braunschweig für schulpflichtige geflüchtete und zugewanderte Jugendliche mit unzureichenden Deutschkenntnissen?
2. Wie bewertet die Stadt Braunschweig die in den vergangenen Jahren erfolgten Veränderungen bzw. Reduzierungen einzelner Sprachförder- und Integrationsangebote?
3. Wie wird sichergestellt, dass Jugendliche mit besonderem Sprachförder- oder Alphabetisierungsbedarf ausreichende Deutschkenntnisse für einen erfolgreichen weiteren Bildungsweg erwerben können?