Für die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist es ein zentrales sozialpolitisches Projekt: Der Ausbau der Nachbarschaftszentren in Braunschweig. Doch trotz entsprechender Beschlüsse – zuletzt bei der Ratssitzung am 10. März 2026 – geht es mit diesem zentralen Projekt nicht so recht voran. Das wollen die GRÜNEN nicht mehr länger hinnehmen und fordern daher OB Kornblum, die Verwaltung und die SPD-Fraktion dazu auf, hier deutlich entschlossener zu handeln.
Die GRÜNE Fraktionsvorsitzende und finanzpolitische Sprecherin Leonore Köhler erläutert: „Laut Ratsbeschluss vom März sollte ein weiteres Nachbarschaftszentrum sehr zeitnah an den Start gehen. Was für 2026 beschlossen wurde, muss auch in diesem Jahr kommen! Eine aktuelle Mitteilung vom 13. April deutet aber an, dass die bereitgestellten Mittel „auch 2027 noch zur Verfügung“ stehen, „soweit sie 2026 nicht verausgabt werden“. Zudem tritt die Verwaltung in dieser Mitteilung stark auf die Bremse, indem sie ankündigt, unter Berücksichtigung der Haushaltslage zukünftig nur noch ein Nachbarschaftszentrum jährlich umsetzen zu wollen. Für uns ist das so nicht tragbar, wir fordern daher mehr Tempo beim Ausbau der Nachbarschaftszentren!“
Die GRÜNE Ratsfrau und sozialpolitische Sprecherin Dr. Elke Flake ergänzt: „Seit dem Grundsatzbeschluss vom Juni 2018 sind mittlerweile acht Jahre vergangen. In dieser Zeit haben wir sechs neue Nachbarschaftszentren realisiert (Siegfriedviertel, Rühme, Rüningen, Südstadt, Innenstadt und Schwarzer Berg) sowie das Nachbarschaftszentrum im Heidberg besser ausgestattet. Der vorläufige Bedarfsplan sieht zunächst die Schaffung von insgesamt 13 Nachbarschaftszentren in Braunschweig vor (ein NBZ pro 20.000 Einwohner*innen), d. h. die Hälfte des Weges liegt trotz dieses ersten Plans immer noch vor uns. Zudem sind Nachbarschaftszentren quartiersbezogen und Wohnquartiere umfassen in der Regel weniger als 20.000 Einwohner*innen, sondern fußläufig zu erreichende Nachbarschaften. Wenn es in diesem Jahr – trotz Ratsbeschluss – nicht mehr klappt mit einem weiteren Nachbarschaftszentrum, dann müssen 2027 zwingend zwei umgesetzt werden! Bislang geplant ist nur eins (im Westlichen Ringgebiet).
Gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten sollten wir die Menschen in den Stadtquartieren zusammenbringen und damit die nötigen Schritte zur Stärkung des Gemeinwesens vornehmen. Dafür wollen wir GRÜNEN alle Möglichkeiten nutzen und das heißt für uns mehr als eine Einrichtung pro Jahr zu schaffen!“