GRÜNE bleiben kritisch: Bezahlkarte für Geflüchtete schafft mehr Probleme als Lösungen

Aus Gesprächen mit Geflüchteten wissen wir, dass es erhebliche Bedenken wegen der Bezahlkarte gibt. Viele Betroffene sorgen sich, ob sie weiterhin Überweisungen tätigen können, zum Beispiel für Studiengebühren oder Anwaltskosten. Diese Unsicherheiten belasten die Betroffenen und schaffen neue Hürden im Alltag.“

Bei der Diskussion zur Bezahlkarte lassen sich die Grünen laut Cristina Antonelli-Ngameni von den folgenden Grundsätzen leiten:

„Für uns Grüne standen und stehen drei Aspekte im Mittelpunkt: 1. Die Bezahlkarte sollte den Alltag für Geflüchtete erleichtern und nicht durch technische Einschränkungen neue Probleme schaffen. 2. Bei der Einführung sollte Diskriminierung vermieden werden – Einschränkungen der Nutzung und fehlende Akzeptanz der Karte in Geschäften oder bei Dienstleistungen könnten zu einer Benachteiligung führen. 3. Mit der Bezahlkarte sollten in den Kommunen Verwaltungsprozesse vereinfacht und Kosten gesenkt werden – beides scheint mit der aktuellen Regelung nicht erreicht zu werden, weder Kostenersparnis noch Bürokratieabbau.“

„Es bleiben mehr Fragen als Antworten. Die Einführung der Bezahlkarte löst keines der bestehenden Probleme und schafft stattdessen neue Unsicherheiten für Geflüchtete und hohe Kosten für die Kommunen. Dass die Bezahlkarte zusätzliche Belastungen statt Erleichterungen mit sich bringt, hat die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Ratsfraktion am 27. November 2024 ganz offen bekundet – hier einige Zitate: „Die Verwaltung rechnet mit einem erheblichen zusätzlichen Aufwand (…).“ / „Überweisungen sollen nur nach Freigabe möglich sein. Die Kommunen müssen daher Positivlisten erstellen, um Überweisungen z. B. für Miete, Mitgliedsbeiträge, ÖPNV usw. zu ermöglichen. Mit einer erheblichen Anzahl individueller Anträge auf Freigaben ist zu rechnen.“

Zum Abschluss verweist Leonore Köhler noch auf folgendes:

Im Sinne des Bündnisses fordern wir weiterhin eine kritische Prüfung und Nachbesserungen bei der Bezahlkarte, um die Lebensrealität der Geflüchteten zu verbessern und die Belastung für die Kommunen zu reduzieren.“