Der Braunschweiger Rat hat in der heutigen Sitzung über einen neuen städtischen Fördertopf für das Schulmittagessen abgestimmt. Durch einen Änderungsantrag der GRÜNEN Ratsfraktion wurde das Konzept entscheidend verbessert: Neben der strukturellen Förderung wird es nun auch kurzfristige Notfalllösungen geben. Damit ist sichergestellt, dass Kinder auch in akuten Fällen schnell Unterstützung beim Schulmittagessen erhalten.
„Der Fördertopf hilft Familien, die dauerhaft Unterstützung brauchen. Aber er hilft nicht in dem Moment, in dem kurzfristig Geld fehlt. Manchmal reicht das Geld am Monatsende nicht mehr, eine Abbuchung klappt nicht oder ein Antrag ist noch gar nicht gestellt. So kann es schnell passieren, dass Kinder ohne Mittagessen dastehen. Das darf nicht passieren“, erklärt Gordon Schnepel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Ratsfraktion.
Auf das Problem hatten die GRÜNEN bereits im vergangenen Jahr während der Beratungen zum neuen System hingewiesen: „Wir haben schon im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass im neuen Konzept eine Notfalllösung fehlt“, sagt Bianca Braunschweig, schulpolitische Sprecherin. „Kinder können nicht erst auf eine Evaluation warten. Wenn das Geld fehlt, brauchen Schulen sofort eine Möglichkeit zu helfen.“
Mit ihrem Änderungsantrag haben die GRÜNEN das Konzept deshalb erfolgreich ergänzt und die Lücke geschlossen, die im städtischen Konzept vorlag: „Die Verwaltung hat zu lange so getan, als gäbe es dieses Problem nicht. Zum Glück haben auch die anderen Fraktionen erkannt, dass unsere Idee der Notfallregelung elementar wichtig ist, damit Schulen in akuten Situationen kurzfristig helfen können. Zusätzlich wird der Fördertopf Teil eines umfassenderen Gesamtkonzepts werden, das alle Unterstützungsangebote rund um das Schulmittagessen bündelt”, so Schnepel.
„Schulen und freie Träger sehen sofort, wenn ein Kind Unterstützung braucht. Dann muss Hilfe möglich sein, auch gemeinsam mit Fördervereinen oder Stiftungen“, so Braunschweig. „Genau das ist in den neuen Strukturen dank unseres Änderungsantrags nun vorgesehen.“
„Es geht nicht um ein neues großes System“, sagt Schnepel. „Es geht um eine kleine, pragmatische Lösung für echte Notfälle. Damit der Ratsbeschluss ‚Kein Kind ohne Mittagessen‘, der schon 2017 beschlossen wurde, endlich auch im Alltag funktioniert. Wir erwarten jetzt von der Verwaltung, dass unsere Ergänzungen zum Konzept nicht als netter Hinweis verstanden, sondern zeitnah und mit Nachdruck umgesetzt werden. Wir werden die Umsetzung unseres Antrags weiter engmaschig begleiten.”
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